21.03.2016 Nein heißt Nein – Auch beim Grapschen!

Pressemitteilung

21.03.2016

Nein heißt Nein – Auch beim Grapschen!

Dortmund, 21.03.2016. Der Sozialdienst katholischer Frauen als Träger von Frauenhäusern, Interventions- und Beratungsstellen für Gewaltopfer fordert seit langem eine Reform des Sexualstrafrechts.

Der nun vorliegende Gesetzentwurf schließt Schutzlücken, doch hält der SkF ihn in einigen Bereichen für nicht weitreichend genug. Der Entwurf folgt weiterhin dem Grundgedanken, dass ein Übergriff nur bei Anwendung von Gewalt durch den Täter und bei Gegenwehr des Opfers strafbar ist; ausbleibende Gegenwehr ist lediglich als Ausnahme formuliert. Damit erfüllt er nicht das Grundrecht auf sexuelle Selbstbestimmung und entspricht nicht dem Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt. Hier sehen wir dringenden Nachbesserungsbedarf.

Darüber hinaus werden im vorliegenden Entwurf Übergriffe „tätlicher, sexueller Belästigung“, wie das sogenannte „Grapschen“, nicht berücksichtigt. Diese Form der sexualisierten Gewaltanwendung sollte aber bereits jetzt in das Gesetz als eigenständiger Straftatbestand Eingang finden.

Der SkF fordert den Bundestag auf, diese notwendigen Ergänzungen in das Gesetz aufzunehmen. Zudem muss eine umfassende Reform verbindlich auf den Weg gebracht werden, um eine konsistente Gesetzgebung zum Schutz der Gewaltopfer zu erzielen.

Der SkF unterstützt mit rund 14.000 Mitgliedern und 9.000 Ehrenamtlichen sowie 6.500 beruflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in bundesweit 143 Ortsvereinen Frauen, Kinder, Jugendliche und Familien, die in ihrer aktuellen Lebenssituation auf Beratung oder Hilfe angewiesen sind. Sein Angebot umfasst u. a. 120 Schwangerschaftsberatungsstellen, 91 Betreuungsvereine, 37 Frauenhäuser, 36 Kindertageseinrichtungen, 34 Mutter-Kind-Einrichtungen, 31 Dienste der Kindertagespflege sowie 22 Adoptions- und 37 Pflegekinderdienste. Der SkF ist Mitglied im Deutschen Caritasverband.

Nadine Mersch, Stabsstelle Sozialpolitik und Öffentlichkeitsarbeit Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e.V. Agnes-Neuhaus-Str. 5, 44135 Dortmund, Tel. 0231 557026-25, Fax 0231 557026-60, E-Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.